Allein und einsam – ganz und gar nicht das gleiche

Oktober 30, 2008 um 11:29 pm | Veröffentlicht in Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar
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Es war einmal war einmal vor langer Zeit… als ich einen Text über die Begriffe des „Allein seins“ und des „Einsam seins“ geschrieben habe. Heute Abend habe ich einen Film gesehen, der so manches in mir bewegt hat und mich unter anderem auch wieder an diesen Text erinnert hat. Heute sehe ich es erstaunlicher Weise fast noch genau so wie damals und weil mich in letzter Zeit das Allein sein sehr suche, schreibe ich heute auch darüber.

Allein sein wird von vielen Menschen oft mit Einsamkeit gleich gesetzt. Das Wort allein ist in diesem Zusammenhang sehr negativ besetzt und nicht gerne gehört. „ich bin so allein“ ist ein Satz, den ich immer wieder höre. Dabei ist Allein sein etwas ganz anderes als Einsamkeit, zumindest für mich. Einsam kann ich unter tausenden von Menschen, im Kreis der engsten Freunde und der Familie sein. Einsamkeit ist für mich etwas rein innerliches. Wenn ich einsam bin schotte ich mich innerlich vom Rest der Welt ab, ich bin in mir sehr weit weg von den Menschen und Dingen um mich herum. Dieser Zustand ist für mich extrem negativ, schmerzhaft, traurig. Es fühlt sich an als wäre in mir alles zu Eis erstarrt, während „draußen“ in meinem Leben die Sonne scheint und das Leben fließt. Einsamkeit ist nicht schön.

Das Allein sein hat für mich jedoch eine völlig andere Bedeutung. Ich suche sehr oft sogar die Zeit des Allein seins. Allein sein heißt für mich, dass wirklich kein anderer Mensch um mich herum ist oder zumindest niemand den ich gute kenne. Um Allein zu sein muss ich mich äußerlich von den Menschen um mich herum entfernen, mir Ruhe und Abstand schaffen. Klingt ähnlich wie die Beschreibung der Einsamkeit oben? Dann lies noch mal genau. Einsamkeit ist eine innere Haltung während Allein sein rein mit der äußeren Abschottung zu tun hat. Ein ganz großer Unterschied. Wenn ich allein bin geht es mir trotz allem meistens gut. Ich fühle mich in keinster Weise einsam, ich bin mir im Gegenteil der wichtigen Menschen in meinem Leben sehr bewusst.

Warum sollte man aber das Allein sein suchen? Ich kann hier nur für mich sprechen. Ich suche das Allein sein um zur Ruhe zu kommen, um über Dinge nachdenken zu können, um zu beten, zu schreiben, zu lesen. Manchmal suche ich das Allein sein auch damit innere Konflikte und Prozesse sichtbar werden, hervortreten können. Wenn ich nicht allein bin geht das nicht, dann bin ich abgelenkt und viele Reize und andere Dinge überdecken die in mir ablaufenden Bewegungen. Doch wenn ich allein bin und Zeit mit mir selbst verbringen muss, dann komme ich nicht umhin mich auch mit meinen inneren Prozessen zu beschäftigen.

Das alles mag jetzt vielleicht sehr abgehoben klingen. Ich kann es jedoch jedem und jeder wirklich nur empfehlen sich zumindest alle paar Tage einmal ganz bewusst Zeit für das Allein sein zu nehmen. Es ist wie ein Durchatmen. Ja, dabei können auch unangenehme Dinge herauskommen, die man bisher mit sich herum getragen hat und sehr gut verdrängen konnte. Doch seien wir mal ehrlich, irgendwann kommen solche Dinge sowieso aus uns heraus, auf Dauer können wir sie nicht verdrängen. Da ist es doch wesentlich besser, wenn ich entscheiden kann, wann ich mich damit beschäftige anstatt davon überrascht zu werden, oder?

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