Überraschungen… und wie positiv sie sein können

Februar 11, 2009 um 10:28 pm | Veröffentlicht in leben, Wert | Hinterlasse einen Kommentar

Einige LeserInnen und Leser werden es vielleicht mitbekommen haben: Vor einiger Zeit hat sich Thorsten alias macoholic fast vollständig aus dem Netz zurück gezogen. Sowohl sein macoholic Blog als auch sein Podcast sind nicht mehr abrufbar und auch auf Twitter und Flickr ist er nicht mehr zu finden.

Keine Sorge, das hier wird nicht noch ein „Warum hat er das wohl getan“-Artikel. Im Gegenteil, ich bewundere die Konsequenz mit der Thorsten diesen Schritt vollzogen hat und wünsche ihm wirklich das Beste, denn ich halte ihn für einen tollen Menschen.

Wenn ich aber schon nicht spekulieren will, warum schreibe ich dann bitte über Thorstens Rückzug aus dem Netz? Weil er mich zu dem heutigen Artikel inspiriert hat. Thorstens völlig überraschender und unangekündigter virtueller Rückzug hat auch mich völlig überraschend und unvorbereitet getroffen. Ehrlich gesagt war ich zu Beginn schon etwas betroffen, schließlich habe ich Thorsten Podcast und Blog sehr zu schätzen gelernt. Irgendwie hat zuerst einmal schon etwas vertrautes gefehlt. Mit ein bisschen Abstand und Zeit zum nachdenken ist mir jedoch klar geworden: Diese Überraschung ist eine neue Chance.

Was meine ich mit Chance?
Thorstens Rückzug hat mich etwas aus meiner gewohnten Bahn geworfen, irritiert, eine Gewohnheit gestört und mich aus dem gewohnten Konzept gebracht. Irgendwie war es „selbstverständlich“ geworden, dass alle paar Tage in iTunes ein neuer macoholic Podcast oder ein neuer Artikel im RSS-Reader gelandet ist.

„Selbstverständlich“ habe ich sehr bewusst in Anführungszeichen gesetzt. Es gibt nämlich, wenn wir wirklich ehrlich zu uns sind, nichts selbstverständliches in unserem Leben. Okay, es mag ein wenig weit hergeholt wirken, dass Folgende alles aus einer eigentlich banalen Sache wie der Einstellung eines Podcasts abzuleiten. Doch für mich war genau das nun mal der Aufhänger, die Erinnerung daran.

Wir gewöhnen uns immer sehr schnelle an Dinge. „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, dieser Satz kommt wahrlich nicht von ungefähr sondern birgt sehr viel mehr Wahrheit in sich, als uns lieb sein kann. Wie schnell ist etwas neues, tolles und aufregendes „normal“? Wie schnell lässt ein Kind das gerade noch neue und interessante in der Ecke liegen? Wie schnell nehmen wir Menschen und Dinge, die wir jeden Tag sehen, gar nicht mehr bewusst wahr? Wie schnell fahren wir z.B. rein routinemäßig zur Arbeit und fragen uns manchmal etwas erschrocken am Ziel „Wie bin ich jetzt eigentlich her gefahren?“

Ihr als Leser kennt bestimmt das eine oder andere der oben genannten Beispiele. Oft sind es erst die schweren, erschütternden Ereignisse oder Verluste, die uns vor Augen führen wie wichtig und wertvoll uns bestimmte Menschen oder Dinge sind. Meistens ist es dann aber zu spät!

Nutzen wir doch solche kleinen Überraschungen wie z.B. Thorstens/macoholics virtuellen Rückzug um unsere gewohnten Bahnen mal wieder zu verlassen, mal wieder etwas neues zu denken und zu wagen, uns wieder bewusst zu machen, was wir alles wertvolles und tolles haben dürfen.

Wir werden es schnell genug im Alltag wieder vergessen und alles als „selbstverständlich“ hinnehmen. Deshalb: Nutzen wir die Chancen die wir haben und machen wir uns immer wieder klar, wie gut es uns geht. Dann erkennen wir die wirklich wertvollen Menschen und Dinge in unserem Leben viel einfacher und klarer.

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