Aufwachen

April 13, 2009 um 8:10 am | Veröffentlicht in Ausgleich, persönlich, Schreiben | Hinterlasse einen Kommentar

Die letzten Wochen waren gefüllt mit den verschiedensten Aktivitäten, im Rückblick muss ich ganz klar sagen: Es war deutlich zu viel!

99,9% der Dinge die ich getan habe haben mir Spaß gemacht, wollte ich tun und waren mir auch wirklich wichtig. Dennoch, irgendwann ist der eigene Energietank einfach mal leer, irgendwann reicht es dann auch mal. Diesen Punkt habe ich vor einigen Tagen erreicht, da habe ich dann gemerkt das all die Aktivitäten, die Dinge die ich getan habe, sehr viel Energie gezogen haben.

Das ist an sich ja nichts Neues, ich erlebe und arbeite ja grundsätzlich nicht gerade wenig. Das Schlimme, das wirklich Negative an den letzten Wochen war jedoch, dass ich gar nicht bewusst gemerkt und mitbekommen habe, wieviel Energie angezogen wird und wie wenig Ruhezeit und Kraft noch für mich übrig bleibt. Vielleicht, nein, sicherlich wollte ich auch gar nicht wahrnehmen was da mit mir passiert und natürlich will ich niemand anderem die Schuld dafür zu schieben. Es war immer meine Entscheidung all das zu tun, was mich so angestrengt hat, immer meine Entscheidung, mich mit Menschen zu treffen und immer noch mehr Zeit in die Arbeit und andere Projekte zu stecken.

Doch glücklicherweise melden sich meine Seele, mein Geist und auch mein Körper irgendwann und verlangen nach ihrem Recht auf Ruhe und Ausgleich! Das ist gut so, so nervig und lästig ich es manchmal auch empfinde. Denn so schützen sie mich davor, mich völlig zu verausgaben und leer zu laufen, auszubrennen und Schluss endlich ohne Motivation und Energie da zu stehen.

Vor kurzem hatten wir ein interne Fortbildung im Geschäft. Unser Chef, der sie gehalten hat, hat dabei unter anderem einen Satz gesagt, der bei mir sehr hängen geblieben ist: „Wir sind Lehrer und Referenten, wir stehen jeden Tag vor Menschen und werden leer gesaugt.“ Damit hat er nur zu recht! So viel Spaß mir mein Job macht, so viel er mir gibt und so viel ich für mich daraus mitnehme und daraus ziehen kann, so viel Energie und Kraft kostet er auch. Eben weil ich motiviert und engagiert bin ist die ganze Sache natürlich auch anstrengend! Dieses Muster zieht sich allerdings durch alle meine Lebensbereiche. Überall wo ich aktiv bin setzte ich mich so gut ein wie ich kann, für meine Freunde bin ich sowieso immer mit aller Kraft und Energie da. Das ist einerseits toll und passt zu meiner Einstellung, Dinge entweder ganz oder gar nicht zu tun. Andererseits laufe ich so immer wieder auch in das Problem der Überlastung und Überforderung.

Theoretisch sollte ich inzwischen gelernt haben auf mich zu achten, doch in der Praxis geht das im Alltag, in der manchmal hektischen Betriebsamkeit und der Vielfalt der Dinge dann immer wieder unter und kommt viel zu kurz. Bis ich dann mal wieder aufwache, ein paar Schritte zurück gehe und mich wieder neu reflektiere, wie ich es jetzt gerade mit diesem Artikel tue.

Was steht jetzt also für mich an? Wieder neu Ordnung, Ruhe und eine sichere Basis für mich selbst schaffen. Dazu gehören viele Dinge, ein paar Beispiele:

  • beten, wieder zu Gott und meinem Glauben finden, mich wieder viel bewusster damit beschäftigen was mein Glaube für mich bedeutet
  • aufräumen und ordnen, mein Zimmer, meine Unterlagen, einfach alles wieder durchgehen, neu ordnen und eine sichere, saubere Struktur und Basis für effizientes Arbeiten schaffen
  • mehr Musik, Klarinette spielen, mich wieder mehr mit den Noten auseinandersetzten, aber auch wieder Singen
  • mehr Sport und Ernährung, bewusster darauf achten was ich mit meinem Körper tue und was für mich gut ist
  • mehr lesen, neue Ideen und Blickpunkte dadurch aufnehmen und mich auch wieder in andere Welten, in eine Geschichte begeben und darin aufgehen
  • mehr schreiben, meinen Kopf immer wieder entleeren, mich durch das Scheiben mit Themen auseinandersetzen, dadurch neue Verknüpfungen, neue Denkansätze und neue Wege für mich selbst entdecken und finden
  • mehr reisen, wieder mehr unterwegs sein, mir auch andere Städte anschauen und neue Menschen kennen lernen, neue Eindrücke und Erlebnisse sammeln

Das sind einige der Dinge, die für mich jetzt wieder viel mehr an Priorität gewinnen und die ich jetzt wieder bewusster angehen werde.

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