State of Play – aktuell und relevant

Juli 15, 2009 um 10:38 pm | Veröffentlicht in review, Schreiben, technik | Hinterlasse einen Kommentar

Heute Abend war ich mal wieder im Kino und habe einen echt guten Film gesehen „State of Play – Stand der Dinge“ mit Russel Crowe in der Hauptrolle.

Nun geh ich ja doch recht viel ins Kino, warum schreibe ich ausgerechnet über diesen Film? Weil er meiner Meinung nach zwei Themen anspricht die sehr aktuell und relevant sind, auf eines davon möchte ich etwas näher eingehen. Zum einen ist da das Thema der privaten Sicherheitsdienste, die die USA ja im Irak und auch im Inland durchaus verstärkt einsetzten und so einen Teil ihrer Sicherheit privatisieren. In diesem Bereich kenne ich mich, noch, zu wenig aus um hier etwas Sinnvolles schreiben zu können.

Das andere Thema, dass der Film aufgreift, interessiert mich jedoch sehr und dazu einige Gedanken von mir. Es geht dabei um den Konflikt zwischen Zeitungen und Blogs oder anders gesagt: zwischen Print- und Onlinemedien. Jetzt gehöre ich ja bekennender Weise der Gruppe von Menschen an, die hier nicht unbedingt einen Widerspruch oder gar „Kampf“ zwischen diesen verschiedenen Medien sieht. Im Film beginnt es allerdings auf genau diese klischeehafte Art. Er ein bekannter Journalist, sie die junge aufstrebende Frau aus der Onlineredaktion. Natürlich reibt es sich und kriselt zu Beginn und natürlich kommen die beiden gemeinsam der Story überhaupt auf die Spur. Dabei sieht sie allerdings die ganze Zeit deutlich blasser aus als er und am Schluss lässt sie der gedruckten Zeitung freiwillig den Vortritt bei der Titelstory. Ein Happy End für die gedruckte Zeitung, das Printmedium so zu sagen, ob hier wohl die Zeitungsindustrie ordentlich gesponsort hat? Muss ich mal nachschauen, Update gibt’s dann am Ende des Artikels.

Der Film fasziniert mich weil er zum Einen als Film, also von Schauspielern, Story, Spannung usw. her richtig gut ist. Zum Anderen macht er mir wieder Lust auf’s Schreiben und hat mir auch gleich Stoff für diesen und sicherlich noch mindestens einen weiteren Artikel geliefert.

Ich frage mich, und habe das auch während des Films getan, warum bei der Diskussion zwischen Print- und Onlinemedien letztere immer als oberflächlich, schlecht recherchiert und teilweise auch unseriös hingestellt werden? Warum soll denn bitte nur Gedrucktes seriös sein? Ich meine, hallo, die Zeitung mit den vier großen Buchstaben wird auch gedruckt und über deren Seriosität gibt es, zumindest in meinem Bekannten- und Freundeskreis, durchaus geteilte Meinungen. Auch in „State of Play“ wird die Onlineredaktion und die junge Redakteurin zunächst als oberflächlich und recht stümperhaft dargestellt. Liegt hier vor allem an ihrer Unerfahrenheit, aber so ganz beleibt die Assoziation von Oberflächlichkeit und fehlender Professionalität mit der Onlineredaktion nicht aus.

Dabei zeigen Blogs wie das fscklog von Leo für mich sehr eindrücklich, dass Onlinemedien durchaus sehr gut und fundiert recherchiert und geschrieben werden können. Warum haben sie dennoch diesen negativen Ruf?

Meiner Meinung nach versuchen natürlich auch die Printmedien ihnen diesen Ruf anzuhängen. Konkurrenz, und gerade für Zeitungen sind Blogs und Co. inzwischen eine echte Konkurrenz und Gefahr, ist eben anstrengend und lästig und natürlich versucht man sie los zu werden. Eine normale Reaktion. Nicht das die Onlinemedien hier besser wären, keineswegs, schlagen sie doch mit sehr ähnlichen Waffen zurück und bezeichnen die Printmedien als altmodisch, überholt, langsam, erstarrt und ähnliches. Beide Seiten dieser Diskussion sind wahrlich keine Unschuldsengel.

Aber der Ruf der Onlinemedien hat noch einen anderen, vielleicht wichtigeren Grund: Hier kann jeder und jede seine oder ihre Meinung abgeben und ins Netz stellen ohne das es eine qualitative oder inhaltliche Kontrolle gäbe (zumindest im ersten Schritt, Kritik und Abmahnungen besorgen die Kontrolle dann schon im zweiten Schritt). Das ist erst mal einer der größten Vorteile der Onlinemedien, neben ihrer Geschwindigkeit und Flexibilität. Durch die schiere Masse an Beiträgen kommen natürlich auch immer wieder Perlen und sehr sehr gute Autoren dabei heraus. Leider aber auch eine ganze Menge Unsinn. Auch mein Blog hier hat nicht den Anspruch auf Professionalität, dennoch bemühe ich mich natürlich so gut wie möglich zu schreiben. Und nebenbei bemerkt wäre das Ganze hier ohne die leichte Zugänglichkeit des Internet gar nicht erst möglich.

Persönlich denke und hoffe ich das es immer beides geben wird, Print- und Onlinemedien und -journalismus. Beide Medien erfüllen verschiedene Zwecke, sprechen verschiedene Zielgruppen an und haben ihre Berechtigung. Ich denke einfach, dass sich auf Dauer die Ziele unterscheiden werden, auch wenn ich noch keine genaue Vorstellung davon habe, wie diese Ziele aussehen können. Ist aktuell noch ein Bauchgefühl.

So weit meine Gedanken zur Print- und Onlinemedien-Diskussion. Der nächste Artikel beschäftigt sich dann mit Schreiben als Vorgang und wie ich versuche, Qualität zu gewährleisten. Was denkt ihr denn zu Print- und Onlinemedien? Habt ihr „State of Play“ auch gesehen und Ähnliches wahrgenommen?

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