Schreiben – Wanderung von Geist und Seele

Oktober 27, 2008 um 9:57 pm | Veröffentlicht in Uncategorized | 1 Kommentar
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Schreiben, die Fähigkeit Gedanken in lesbare Zeichen und Worte auf Papier oder auf einem Bildschirm zu fassen hat mich schon immer fasziniert. Persönlich bin ich völlig unbegabt was malen und zeichnen betrifft, doch mit Worten kann ich umgehen. Ich spiele gerne mit ihnen, genieße es, meine Gedanken in eine für andere (be)greifbare Form zu bringen, mich in einer Form mit zu teilen, die länger Bestand hat als das gesprochenen Wort.

Wenn ich im Stress bin schreibe ich, wenn es mir gut geht schreibe ich, wenn ich etwas genau durchdenken will schreibe ich, wenn ich Ordnung in meine Gedanken bringen will schreibe, wenn ich anderen Menschen danken will schreibe ich. Ich schreibe sehr viel und sehr gerne und „Schreiben“ beinhaltet hier sowohl das Tippen am Computer als auch das „echte“ Schreiben mit Papier und Stift. Ja, ich schreibe noch echte Briefe und verschicke sie dann mit der guten alten Schneckenpost, ich schreibe Postkarten und ich schreibe Tagebuch, ja sogar bei meinen Aufgaben beginne ich wieder damit, Papier und Stift einzusetzen.

Schreiben ist kann für mich vieles sein: Meditation, Gebete, das Leeren des Kopfes, das Rausschreiben von Emotionen und Gedanken, Unterstützung beim Denkprozess, Ausdruck von Dankbarkeit, Schmerz oder Wut, wissenschaftliches Arbeiten, das Vermitteln von Informationen oder Meinungen, das Teilen von Erfahrungen und vieles mehr. Was Schreiben in der konkreten Situation für mich bedeutet hängt von der Situation selbst aber auch von meiner Stimmung usw. ab.

„Schreiben – Wanderung von Geist und Seele“, zugegeben, dieser Titel klingt schon sehr entrückt und spirituell. Ist er auch. 🙂 Bei all den verschiedenen Funktionen die Schreiben für mich hat ist diese eine doch die wichtigste, die Essenz, die Schreiben für mich darstellt: Die Gedanken schweifen lassen, dem Geist erlauben völlig los zu lassen und frei zu werden. Und genau das gleiche gilt auch für meine Seele. Nicht alle meine Gebete spreche oder denke ich. Einige schreibe ich auch in mein Tagebuch, verarbeite ich in Gedichten und Texten und manchmal schreibe ich auch meine gesamtes Gebet nieder um mir bewusst zu machen, von was ich da eigentlich rede.

Auch nicht spirituelle und nicht christliche Menschen können denke ich ähnliches auch dem Schreiben ziehen. Das Schreiben beruhigen und entspannen, den Kopf frei machen kann ist schon sehr lange bekannt und völlig unabhängig von Glaube, Religion oder Spiritualität. Auch wenn der Artikel heute vielleicht etwas abgehoben klingt, ich ermutige euch dazu, es einfach mal zu versuchen. Setzt euch einfach hin und schreibt auf was euch einfällt, völlig ohne Struktur oder Sinnzusammenhang, die Gedanken finden schon ihren Weg in die Worte und dann nach draußen.

Ich weiß zum Beispiel gar nicht warum ich den heutigen Eintrag so schreibe. Eigentlich hatte ich ein ganz anderes Thema geplant und auch schon gut vorbereitet. Doch als ich an mein MacBook gesessen bin und MarsEdit aufgemacht habe kamen diese Worte einfach, sie wollten raus, wollten mit anderen geteilt werden.

Also habe ich es zugelassen. Denn das ist manchmal alles was wir tun müssen: Die Worte fließen lassen und ihnen gestatten durch das Schreiben zum Leben zu erwachen. Ja, Schreiben hat für mich etwas spirituelles, etwas magisches, wunderbares, geheimnisvolles und zu gleich so wunderschönes. Ich kann es nicht erklären, doch Schreiben ist für mich sehr sehr wichtig. Würde ich sonst so viel über das Schreiben schreiben ;-)?

Luxusprobleme = Möglichkeiten = Verantwortung

Oktober 25, 2008 um 6:16 pm | Veröffentlicht in Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar
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In Anlehnung an meinem gestrigen Artikel „Informationsüberflutung und warum wir dafür dankbar sein sollten“ hat Thorsten heute auf seinem macoholic-Blog einen sehr interessanten Artikel veröffentlicht „Sind wir nicht informationstechnisch gesehen eher blind?“.

Die Gedanken die Thorsten hier zum Ausdruck bringt kann ich nur unterstreichen. Wir haben das Luxusproblem der Informationsüberflutung, wir haben Möglichkeiten und Chancen uns über fast jedes Thema umfangreich und ausführlich zu informieren. Doch wozu nutzen wir sie, diese vielfältigen Möglichkeiten, denn? Thorsten weißt völlig zu recht darauf hin, dass wir uns viel zu viel mit Technik, neuesten Gadgets, Games usw. beschäftigen und viel viel zu wenig mit den wirklich wichtigen Themen wie Armut, Hunger, Krieg, Krankheiten und vielen anderen, zugegebenermaßen unangenehmen, Themen.

Hier steht für mich aber vor allem eines im Mittelpunkt: Unsere Kompetenz im Umgang und in der Nutzung unserer Möglichkeiten, der Technik und Informationskanälen. Mit deren Hilfe können wir uns auch über wichtige Themen am anderen Ende der Welt informieren. So weit müssen wir aber gar nicht gehen, Thorsten weißt ganz zu recht auf die Menschen in Deutschland hin, die am Existenzminimum leben. Während meines Studiums der Sozialpädagogik habe ich mit behinderten und sterbenden Menschen gearbeitet, habe die eine oder andere Lebenslage gesehen, die alles andere als schön ist. Und ich denke auch im Laufe meiner kommenden Berufslaufbahn werde ich noch viele Dinge sehen, die sehr negativ sind.

Worauf will ich hinaus? Ganz einfach. Es liegt an uns selbst, was wir mit unseren Möglichkeiten machen, wie wir sie nutzen. Hier mal den Feed einer Hilfsorganisation und ihrer Homepage abonnieren, sich vielleicht eben doch auch mal einen Podcast wie „d-radio kultur“ oder ähnliche abonnieren, die sich auch mit solchen Themen beschäftigen usw. usw. Es mangelt uns wahrlich nicht an Möglichkeiten.

Jetzt kommt ein Teil, der wirklich nur meine eigene Ansicht widerspiegelt! Ich persönlich sehe die vielen Möglichkeiten und den Luxus den ich haben darf als die Verpflichtung, diese auch für sinnvolle, wirklich wichtige und sinnvolle Dinge zu nutzen. Ich sehe es als Christ als meine Pflicht an, dieses sehr bequeme Leben, das Gott mir gegeben hat, für die meiner Meinung nach entscheidenden Dinge zu nutzen. Doch man muss nicht christlich sein, um dies so zu sehen. Wir haben hier viele Möglichkeiten zu helfen, die uns nicht weh tun.

Alte Kleider können in die Kleidersammlung oder in den Diakonie-Laden. Alte Bücher vielleicht zur städtischen Bibliothek oder zu einer Sonderschule. Alle paar Monate einige Euro überweisen, sich vielleicht einmal die Woche ehrenamtlich engagieren usw. Es gibt wirklich viele Chancen etwas zu tun, denkt doch mal darüber nach, ob die eine oder andere für euch in Frage kommt.

Thorsten schließt seinen Artikel mit den Worten:

Ob ich mich damit zu weit aus dem Fenster lehne, gut möglich, ich weiß es nicht.

Nein Thorsten, das finde ich ganz und gar nicht. Über diese Dinge immer wieder nach zu denken ist wirklich gut investierte Zeit.

Informationsüberflutung und warum wir dafür dankbar sein sollten

Oktober 24, 2008 um 11:01 pm | Veröffentlicht in Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar
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Als Reaktion auf meinen letzten Artikel heute Morgen gab es einen Kommentar hinterlassen, der mich zu diesem Artikel angeregt hat. In dem Kommentar hieß es

„Man fühlt sich erleichtert, wenn man sich von Infostress und „Besitz-Müll“ trennt. Welche Zeiten sind das nur, dass man das sagen können muss?!“

Der Kommentar stimmt absolut, wir haben definitiv eine Info-, reiz- und auch materielle Überflutung, ein Zuviel an sehr vielen Dingen. Und genau dafür sollten wir dankbar sein, sehr dankbar sogar! Warum? ganz einfach. Noch vor 80 Jahren oder so war Informationsüberflutung und ähnliches kein Thema. Auf der einen Seite gab es schlicht und ergreifend nicht die Mittel, lies Technologie, um so viel Infos zu aufzunehmen und zu erhalten. Auf der anderen Seite, und das ist der wichtige Punkt, waren andere Dinge einfach wichtiger. Man musste sehr viel arbeiten und die Familie zu ernähren, um seinen Lebensstandard zu finanzieren usw.

Das wir uns heute solche Probleme wie Informationsüberflutung und ähnliches leisten können bedeutet doch nur, das unsere grundlegenden Bedürfnisse wie Kleidung, Nahrung, Wasser, Gesundheit usw. so gut abgedeckt sind, das wir es uns erlauben können, Energie und Zeit in die Informationsaufnahme usw. zu investieren. Wenn ich ums Überleben kämpfen oder hart und viel arbeiten muss, um mich ernähren zu können und durch zu kommen, dann habe ich für RSS-Over-Flow, Podcasts usw. einfach keine Zeit und keine Energie übrig, sie sind nicht wichtig genug im Vergleich zu den anderen lebensnotwendigen Dingen. Bitte versteht das jetzt nicht falsch, ich sage auf keinen Fall, dass früher alles besser war. Auch will ich damit Menschen die an Burn-Out oder Erschöpfung leiden nicht herab setzten oder deren Probleme verharmlosen. Nein, das auf keinen Fall.

Ich möchte aber zum Nachdenken anregen, denn schlussendlich ist all die Informationsüberflutung ein Luxusproblem erster Güte. das nächste Mal wenn ich wieder über all die Aufgaben und Projekte jammere will ich versuchen mir bewusst zu machen, dass das nur ein Zeichen für meine fast sehr sehr gute Situation ist. Bei allen real vorhandenen Problemen sollten wir doch achtsamer, dankbarer, ehrfürchtiger und bewusster mit alle dem umgehen, was wir haben dürfen und was für uns selbstverständlich ist (im Gegensatz zu sehr vielen anderen Menschen auf diesem Planeten!).

Ballast abwerfen – simplify part 1

Oktober 24, 2008 um 9:47 am | Veröffentlicht in Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar
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Gerade eben bin ich über meine iPhone-Programme drüber gegangen und hab eine ganze Menge deinstalliert und mein iPhone damit etwas entlastet. Fühlt sich schon leichter an ;-). Ne im ernst, ich bin gerade dabei aufzuräumen und auszumisten und mich sowohl digital als auch analog von altem Ballast zu befreien.

Tut gut, zum einen macht es (Speicher-)Platz frei, zum anderen ist es eine Art psychologischer Befreiungsschlag und fühlt sich einfach gut an. 🙂 habt ihr auch solche Frühjahrsputz- und Entrümpelungsphasen? Was muss denn bei euch zuerst „dran glauben“?

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